Aufrufe
vor 5 Jahren

XtraBlatt 01-2016

  • Text
  • Krone
  • Menschen
  • Maschinen
  • Landwirte
  • Frankreich
  • Tiere
  • Stroh
  • Milch
  • Familie
  • Ballen

INTERNATIONAL kauft

INTERNATIONAL kauft werden. Bis zur Schlachtung vergehen zwei bis zweieinhalb Jahre. Der Großteil des produzierten Fleisches wird im eigenen Hotel und Wirtshaus von Fritz Egger in Sankt Johann vermarktet. „Hier endet sozusagen unsere Veredelungskette. Von der Wiese, über die Aufzucht und Mast bis auf den Teller des Gastes haben wir die gesamte Produktion, Schlachtung und Verarbeitung in der eigenen Hand. Ein weiterer Teil unserer Produktion wird in einem Markt, der an das Hotel angrenzt, verkauft“, fügt der Österreicher abschließend hinzu. TOP-SILAGE GEFORDERT Gefüttert werden die Tiere im Winter mit Grassilage und Heu. Im Sommer hingegen grasen die Tiere auf die Alm, wo die Kühe dann auch gemolken werden. Bei ca. 1.400 mm Niederschlag pro Jahr ist der Aufwuchs im Sommer reichlich, sodass in normalen Jahren vier Schnitte geerntet werden können. In der Regel beginnt die Silagesaison mit dem ersten Schnitt Mitte Mai. „Wir beginnen vor der Blüte der Gräser, da wir möglichst viel Energie und Eiweiß aus dem Grundfutter holen wollen. Ziel ist es außerdem, den 1 Aschegehalt im Futter möglichst zu minimieren. Das ist nicht immer einfach, da das Wetter ständig wechselt und entsprechend häufig Niederschlag fällt. Das wollen wir umgehen, indem wir die Erntezeit vom Schnitt bis ins Silo möglichst kurzhalten“, erklärt Christoph Niedermoser und fügt hinzu: „Unser Vorteil ist, dass wir technisch sehr gut ausgestattet sind. Somit haben wir die gesamte Ernte vom Mähen, über das Zetten und Schwaden bis hin zur Aufnahme mit zwei Ladewagen in der eigenen Hand. Einen Dienstleister oder Hilfe vom Nachbarbetrieb benötigen wir nicht.“ Gemäht wird mit einer Butterfly-Kombination mit 9 m Arbeitsbreite und Zinkenaufbereiter. „Wir müssen schlagkräftig agieren, denn wir wollen Qualitätsfutter ernten“, ergänzt Niedermoser und weiter: „Unseren 200- PS-Schlepper können wir damit am Hang gut auslasten.“ Zur Saison 2016 wurde ein neuer Ladewagen von Krone mit 28 m 2 Ladevolumen angeschafft. Der Wagen ersetzt einen deutlich kleineren, der dafür in Zahlung gegangen ist. „Die Transportentfernungen wachsen. Wir müssen zum Teil 10 km und mehr überbrücken und wollen nicht, dass die Silierkette abreißt. Entsprechend setzen wir größere Fahrzeuge ein. Ziel ist es, das Futter in unter 24 h im Fahrsilo festgefahren und abgedeckt zu haben. In der Regel schaffen wir das durch die sehr gut funktionierende Aufbereitertechnik am Mähwerk auch.“ Gerade am Hang macht die wachsende Technik das Arbeiten nicht immer einfacher. So wird schon beim Schwaden darauf geachtet, dass anschließend die Ladewagen den Schwaden ohne Probleme folgen können. Zum Schwaden wird ein Zweikreisel-Seitenschwader mit 7,30 m Arbeitsbreite eingesetzt, der sich gut in die Erntekette einfügt. „In der Regel fahren wir pro Schwad 30

2 3 einmal hin und zurück. Nur in den extremen Hanglagen müssen wir entsprechend das Futter vom Hang abrechen, um die Schwade mit dem Ladewagen ernten zu können“, ergänzt Christoph Niedermoser. HIGHTECH AUCH IM STALL In den Wintermonaten werden die Tiere mit einer Futtermischung aus 82 % Grassilage, 8 % Heu und 10 % Getreide gefüttert. Die Rationszusammensetzung hat der Landwirtschaftsmeister selbst berechnet. Die jeweiligen Komponenten werden in Container geladen und dann entsprechend der Tiergruppen im gewünschten Verhältnis automatisch gemischt und in einen Fütterungsroboter geladen. Dieser fährt anschließend durch die gesamte Stallanlage und verteilt die Futtermischung bei 12 Durchfahrten über den Tag verteilt. Somit ist sichergestellt, dass die Tiere immer frisches Futter vorliegen haben. „Das ist für die Tiere optimal und für uns sehr komfortabel, denn wenn die Anlage läuft, müssen wir eigentlich nur dafür sorgen, dass die Komponentenbehälter gefüllt sind“, sagt Christoph Niedermoser dazu. Genauso wie die Fütterung läuft auch das Melken der 100 Kühe vollautomatisch über zwei Melkroboter – zumindest in den Wintermonaten. Im Schnitt gehen die Tiere 2,7-mal pro Tag zum Melken. Im Sommer hingegen, wenn die Kühe auf die Alm getrieben werden und dort grasen, erfolgt das Melken zweimal am Tag in einem Fischgräten-Melkstand. Die Kühe scheinen keine Umstellungsprobleme zwischen den Melksystemen zu haben, bemerkt der Verwalter abschließend: „Sie finden sich damit gut zurecht. Zum Sommer hin geben sie generell weniger Milch. Deshalb verlieren wir bei nur zwei Melkzeiten relativ wenig Milchleistung. Die Leistung liegt bei 7.500 l.“ 1 Im Stall werden die Tiere mit einem Roboter gefüttert, der das Futter 12-mal am Tag ablegt. 2 Christoph Niedermoser (rechts) und Martin Rosin legen Wert auf beste Futterqualität. 3 Die Kälber stehen in den ersten zwei Lebenswochen in Außenboxen – egal wie die Temperaturen sind. „Das wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Tiere aus“, ist Christoph Niedermoser überzeugt. 4 Im eigenen Delikatessenmarkt wird selbst produziertes Fleisch angeboten. Ein Highlight ist dabei sicherlich das Dry Aged Beef, das ca. zwei Monate trocken gelagert wird, bevor es verkauft wird. 4 31