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XtraBlatt Ausgabe 02-2019

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INTERNATIONAL 1 1 Nicht

INTERNATIONAL 1 1 Nicht nur Quaderballen spielen eine Rolle, auch Rundballen sind in Russland sehr beliebt – die Flächengrößen sind beeindruckend. 2 Das BaleCollect-System von Krone vereinfacht die Strohbergung und trägt erheblich zur Effizienz bei. 3 Zur Bodenbearbeitung sind Versatile-Knicklenker in der Region sehr verbreitet. Die angehängte Technik kommt oft aus Westeuropa bzw. Nordamerika. 2 3 46

LEISTUNG ZÄHLT Neben dem Ackerbau bildet auch die Milchviehhaltung eine wichtige Einnahmequelle. Die 3.000 Kühe erreichen einen Stalldurchschnitt von gut 10.500 l pro Kuh und Jahr. Verarbeiter der Milch sind v.a. Wimm- Bill-Dann Foods sowie Danone Russland. Zusätzlich hält der Betrieb 1.000 Kälber, Färsen und Bullen, letztere zur Mast. Wichtigste Futtergrundlage bilden Gras sowie etwa 1.000 ha Silomais. Aber auch 750 ha Sommergerste, geerntet als Ganzpflanzensilage, und eine Mischung aus Sorghum und Sudangras (etwa 750 ha) gehören dazu. Die Frischmasse-Erträge beziffert der Betrieb auf 21 t/ha bei GPS, 32 t/ha bei Sudangras/ Sorghum und 39 t/ha bei Silomais. Bei der Futterernte setzt das Unternehmen auf Technik aus Spelle: Zwei 9-m-Mähkombinationen mit Aufbereiter, zwei Vierkreiselschwader sowie mehrere Wender kommen zum Einsatz und auch ein BiG X 700. Dieser steht derzeit im Vergleich mit einem John Deere: Die emsländische Maschine liefert die deutlich bessere Häckselqualität, dafür ist der John Deere nach Einschätzung der Fahrer einfacher zu bedienen. Die einfache Verständlichkeit ist durchaus wichtig, denn auch in Russland sind gute, umsichtige und mitdenkende Fahrer äußerst rar und dementsprechend gesucht. Deshalb setzt der Betrieb auch auf ein Prämien-System: Zu Beginn des Wirtschaftsjahres werden Zielerträge festgelegt. Übertrifft das Team diese Ziele, zahlt Trio Prämien aus – weil davon ausgegangen wird, dass nicht nur das Wetter und der Niederschlag zu den Erträgen beitragen. Von zentraler Bedeutung sind auch eine ordentliche Bestandsführung und eine gute fachliche Praxis, die wiederum von den Mitarbeitern bei den anfallenden Feldarbeiten umgesetzt wird und hoffentlich zu ordentlichen Ernten führt. Nebenbei bemerkt: Die Trio-Gruppe hat 570 Mitarbeiter, davon arbeiten 220 in der Tierhaltung. Weitere 100 Mitarbeiter gehören allein zur Sicherheitsabteilung, die nichts anderes macht, als die im Feld „übernachtenden“ Maschinen zu bewachen und auf die Bewässerungsanlagen aufzupassen – Diebstähle sind hier ein sehr ernstes Thema. LEICHTE BALLEN Emsländische Technik ist auch bei der Strohernte im Einsatz. Zwei BiG Pack 1270 haben während unseres Besuches ihre Bahnen gezogen. Rund 6.000 t Stroh müssen jährlich ins Bund. Das meiste wird davon in der eigenen Tierhaltung verbraucht. Der Betrieb hat dabei zwei interessante Ansätze: Einerseits arbeiten die beiden Pressen mit maximal 60 % Pressdichte. In den gut 2 m langen Ballen waren bei unserem Besuch gerade mal 260 kg Gerstenstroh. Als Argument führt der Betriebsleiter an, dass er so billiges, leichtes Garn verwenden kann, denn Lagerplatz sei ausreichend vorhanden. Andererseits experimentiert Trio aktuell mit dem BaleCollect-System von Krone, um das Ballensammeln zu vereinfachen und um die Logistik zu optimieren. Hier fehlt dem Betrieb allerdings noch eine Greifzange, die auch drei Ballen auf einmal aufnehmen kann. Denn nur mit einer solchen Zange erzielt die Dreierablage den vollen Effizienz-Effekt. Verkauft wird die Krone-Technik vom Händler Vladimir Silin. Krone hat eine eigene russische Niederlassung und arbeitet mit regionalen Händlern zusammen. Regelmäßig werden diese Händler und auch deren Kunden in Spelle weitergebildet und geschult. Diese Fortbildungen werden dankbar angenommen, denn in Sachen Leistungsoptimierung und korrekter Maschineneinstellung gibt es häufig noch Potenzial. Plattformwagen oder ähnliches sucht man beim Ballentransport übrigens ebenso vergeblich, wie Ladungssicherungen. Abgefahren wird ausschließlich mit den landestypischen Kamaz-Lkw, die wirklich überall das Straßenbild prägen. Mit der Palettengabel werden die Strohballen gesammelt und auf die Mulde geschoben bzw. darin abgelegt. Aber auch speziell umgebaute Belarus-Traktoren mit einem Frontlader, der über der Kabine angelenkt ist und dessen Schwinge die Kabine umfasst, kommen hier zum Einsatz. Aufgrund des geringen Niederschlags ist die unmittelbare Stoppelbearbeitung „Pflicht“, vor allem auf dem pfluglos wirtschaftenden Betrieb. Sobald das Feld geräumt ist, wird der Stoppel gebrochen. In der Regel geschieht das mit Scheibeneggenkombinationen. Wert legt der Betriebsleiter dabei auf die Arbeitstiefe von rund 5 cm, was auf den ebenen Flächen gut gelingt. Hier spielen die schweren Versatile-Knicklenker ihre Trümpfe aus, die in dieser Region häufig ihre Bahnen ziehen und immer wieder beeindruckend anzuschauen sind. Ebenso beeindruckend wie das Land und die gigantische Logistik, die zur Bewirtschaftung derartiger Betriebe notwendig ist. « profi-DVD „ABENTEUER RUSSLAND“ Der Besuch des Trio-Betriebes und die komplette Rundreise des profi-Kamerateams von Moskau nach St. Petersburg und von Moskau nach Woronesch sind auf der neuen, 70-minütigen profi-DVD „Abenteuer Russland“ dokumentiert, die ab sofort erhältlich ist. Bestellungen per E-Mail: shop@profi.de oder auf der Homepage shop.profi.de. 47