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XtraBlatt 02-2014

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MENSCHEN INTERVIEW

MENSCHEN INTERVIEW Teamarbeit AM BALL BLEIBEN Rainer Bonhof (li.) und Bernard Krone diskutieren über Gemeinsamkeiten von Fußball und Landtechnik. Bernard Krone: Rainer, die WM in Brasilien war mein sportliches Highlight in 2014 ... Doppelpass im Borussia-Park: Über Fußball, Firmen und Finanzen diskutierten Rainer Bonhof, Fußball-Weltmeister 1974 und Vize- Präsident von Borussia Mönchengladbach, sowie Bernard Krone während eines Spaziergangs durch das Stadion. Rainer Bonhof: Ja, auf jeden Fall. Was die deutsche Mannschaft in Brasilien gezeigt hat, war taktisch und spielerisch Weltklasse. Das fängt beim modernen Torwartspiel von Manuel Neuer an, geht über ein Defensivverhalten, in dem jeder bereit ist, für den anderen zu laufen, bis zu einer torgefährlichen und variablen Offensive. Die deutsche Mannschaft hatte auf alle Herausforderungen die passende Antwort und hat deshalb verdient den vierten Titel geholt. Und Dein Fazit? Bernard Krone: Als begeisterter Fußballfan stelle ich immer wieder fest, dass es ziemlich viele Parallelen zwischen der Führung eines Unternehmens und einer Fußballmannschaft gibt. Das fängt beim Team an, geht natürlich über die richtige Aufstellung und Taktik bis hin zur soliden Finanzlage, ohne die eh nichts läuft. Das sieht man ja auch an Gladbach; Glanzzeiten in den siebziger Jahren, dann eine lange Durststrecke, sogar Abstieg in die zweite Liga – und jetzt wieder im internationalen Business. Was ist Deiner Meinung nach das Geheimnis des Erfolgs der vergangenen Jahre? GETRAGEN DURCH FANS Rainer Bonhof: Wir haben in Lucien Favre einen Trainer, der Talente nach vorne bringen kann und modernen Fußball spielen lässt. Das macht Borussia auch für potenzielle Zugänge sehr attraktiv. Weltmeister Christoph Kramer ist das jüngste Positiv-Beispiel, welches Entwicklungspotenzial Spieler bei uns haben. Bevor er 2013 zu uns kam, hatte er in der zweiten Liga gespielt. Enorm wichtig sind für uns natürlich auch die Fans. Und damit meine ich nicht nur die bis zu 54.000, die das Team bei unseren Heimspielen im Stadion anfeuern, sondern auch die unzähligen treuen Supporter im In- und Ausland, die ihre Zuneigung zu Borussia zeigen. Gibt es in Deinem Geschäftsbereich eigentlich auch richtige Fans? Bernard Krone: Ja, glücklicherweise haben wir sehr viele Kunden, die uns seit Jahrzehnten treu sind. In unserer Branche gibt es natürlich nicht – wie in der Bundesliga – 18 Wettbewerber, aber auch bei uns spielt die persönliche, emotionale Bindung vom Hersteller zum Kunden die entscheidende Rolle. Business is people – das ist der entscheidende Faktor, und an zweiter Stelle kommt der Preis. Das dürfte bei Euren Einkäufen doch ähnlich sein, oder? Rainer Bonhof: Genau. Wir planen langfristig und nachhaltig. Unsere sportliche Leitung mit Sportdirektor Max Eberl und Trainer Lucien Favre verfolgt ein Konzept und versucht, die Mannschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln und gezielt zu verstärken. Man kann nicht ständig alles auf den Kopf stellen und jedes Jahr eine neue Mannschaft aufstellen. Das bringt langfristig keinen sportlichen Erfolg und wäre finanziell unverantwortlich. Ich vermute mal, dass Eure Maschinen ja auch nicht jedes Jahr neu erfunden werden? Bernard Krone: Krone gehört nachweislich zu den innovativsten Futtererntespezialisten, aber auch wir können natürlich das Rad nicht jedes Jahr neu erfinden, zumal bei den Maschinenentwicklungen die Punkte Länge, Breite, Höhe ja bereits voll ausgereizt sind. Deshalb nimmt z.B. die Produktinformatik einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Ein offenes Datenmanagement in der Landwirtschaft wird mittelfristig ausschlaggebend sein; bereits heute ist es z.B. während der Maisernte schon so, dass der Häckslerfahrer am Smartphone oder Tablet genau sieht, wo die notwendigen Abfahrwagen gerade sind, ein ganz entscheidendes Argument in der Erntelogistik. 14 15